Person
Judith

Nachwuchs aus Mexiko

Alltag mit einem Austauschschüler

Mexiko in Kärnten
YFU Austria:

Bei euch wohnt seit 5 Monaten Sergio aus Mexiko. Warum habt ihr euch entschieden ein Gastkind aufzunehmen?

Judith:

Weil wir etwas "zurückgeben" wollten, da unser Sohn Simon im vergangenen Schuljahr Austauschschüler war. Außerdem waren wir neugierig auf ein Leben zu fünft - damit "etwas los ist im Haus"

YFU Austria:

Was hattet ihr für Vorstellungen von eurem neuen Familienmitglied? Was hat sich bewahrheitet, was war anders?

Judith:

Wir dachten, daß Mexikaner lebhafte Menschen sind, die von sich aus sofort auf jemanden zugehen. Wir meinten auch, Mexikaner seien eher klein, dunkelhäutig und schwarzhaarig? Sergio ist: sehr groß, weiß, blond, eher schüchtern und introvertiert.

YFU Austria:

Was macht eure Familie typischerweise gemeinsam? Wie hat die Aufnahme eines Austauschschülers das verändert?

Judith:

Typischerweise machen wir kleine Ausflüge am Wochenende wie beispielsweise wandern, baden, kleine Veranstaltungen, Kino oder Schi fahren. Im Herbst haben wir einige Ausflüge mehr gemacht, um Sergio unsere Umgebung zu zeigen.

YFU Austria:

Erzählt uns doch eine lustige Anekdote aus dem Alltag mit eurem Gastschüler Sergio.

Judith:

Eine SMS von Sergio lautete: "Ich habe den Zug verloren." Mit etwas Nachdenken sind wir draufgekommen, dass er den Zug von der Schule nach Hause versäumt hat!

YFU Austria:

Was hat euer Gastkind am Anfang am Zusammenleben verwundert?

Judith:

Das Essen, die langen freien Nachmittage und die Sprache - z.B. Umlaute, der große Unterschied zwischen Dialekt und Hochdeutsch. Aber auch die Tatsache, daß wir zwar mit Opa und Oma im selben Haus leben, aber nicht den Alltag als Großfamilie teilen.

YFU Austria:

Wie sind die Rollen in eurer Familie verteilt? Welchen Platz nimmt Sergio dabei ein?

Judith:

Papa und Mama arbeiten viel, der Haushalt muß am Wochenende und nebenbei erledigt werden. Simon ist der kluge große Bruder zu dem Uli aufschaut und von dem er sich zur gleichen Zeit abgrenzen will. Jetzt nach 5 Monaten beginnt Sergio sich ein wenig entspannter zu geben.

YFU Austria:

Wann hat sich der Alltag mit eurem Gastkind eingestellt? Woran habt ihr das gemerkt?

Judith:

Eigentlich sehr bald - für uns war es ein Zeichen als Sergio von sich aus begann Dinge im Haushalt zu erledigen, wie z. B. das Ausräumen des Geschirrspülers.